Noch ne Stellungnahme zum Wohnungsbauprogramm des Bezirksamtes Pankow

Anläßlich des Ergebnisses der Städtebaulichen Voruntersuchung für das 
Gebiet südlich entlang der Ringbahn zwischen Prenzlauer Allee und 
Kniprodestraße, die ein Wohnungsneubaupotential in einer Größenordnung 
darstellt, wie es für das Tempelhofer Feld vorgesehen war und das die 
Zahl der Einwohner/innen der Fläche verdoppeln würde, möchte die AI zum 
2.7.14 einen Bürgerantrag in die BVV einbringen für ein Grünes Band 
entlang der S-Bahn in der Breite des Anton-Saefkow-Parks an der 
Kniprodestraße, das von Wohnbebauung freigehalten wird, um dort Defizite 
bei der sozialen Infrastruktur, insbesondere Freiflächenversorgung, im 
Prenzlauer Berg perspektivisch zu mildern.

Aus Sicht der AI ist es unverständlich, wie die Voruntersuchung anhand 
ihrer (ergänzungsfähigen) Bestandsaufnahme zu dem variantenlosen 
Ergebnis kommt, an dieser Stelle fehle gerade Wohnungsbau im großen 
Maßstab.

Im Juli bis spätestens September d.J. soll laut Ankündigung des 
Stadtrates für Stadtentwicklung J.-H. Kirchner, werde die BVV diesem 
Untersuchungsergebnis etnsprechende Maßnahmen beschließen.

Die umliegenden Quartiere sind mit wohnungsnahen Grünflächen schlecht 
oder überhaupt nicht versorgt (Umweltatlas), das Gelände ist aus 
stadtklimatischer Sicht hinsichtlich Nutzungsintensivierung ausnahmslos 
hoch, sehr hoch oder höchst empfindlich; das Landschaftsprogramm sieht 
eine Verbesserung des Freizeit- und Erholungsangebotes des gesamten 
Geländes vor, das eine Lücke im Inneren Parkring (SenStadtUm) schließen.

Es besteht kein Zweifel daran, daß eine bessere Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes in der Mieterstadt Berlin nötig ist. Eine öffentliche / nichtkommerzielle Klärung der Bestands- und Bedarfs-Situation einschließlich zeitnaher, realistischer Bevölkerungszahl; Bewirtschaftung der Wohnungsbestände durch gemeinnützige Träger; Mietobergrenzen, Erleichterung von bedarfsgerechten Umzügen durch Deckelung der Mieterhöhung bei Neuvermietung; ggfs. low-standard-Ertüchtigung des vorhandenen Wohnungsbestandes; Beenden von Zweckentfremdung; Umnutzung von Gebäuden u.a. sind Instrumente, die angewendet werden können, bevor ggfs. eine behutsame Ergänzung durch Neubau durch nicht profitorientierte Träger auf Flächen und in Gebieten erfolgen kann, die infrastrukturell erschlossen sind – sozial, ökologisch und ökonomisch schonende Perspektiven.

Eine zusätzliche Verdichtung im Ernst-Thälmann- und Anton-Saefkow-Park 
durch Wohnungsbau im sog. gehobenen Segment verschärft die Engpässe in 
der sozialen Infrastruktur zusätzlich, treibt über den Mietspiegel die 
Mieten in der Umgebung in die Höhe und verschlechtert die Situation der 
Stadt im Klimawandel.

Weder verbessert sie die Wohnungssituation für die Mehrzahl, die keine 
hohen Einkommen hat, noch kann sie über „Abschöpfungen“ in 
Städtebaulichen Verträgen mehr Probleme lösen als sie schafft. Auch ist 
das Verbauen bisheriger Bahnflächen in einer Verkehrspolitik im 
Klimawandel fragwürdig.

Berlin verdankt die positiven Wirkungen wichtiger Freiflächen heute der 
Voraussicht früherer Stadtentwicklungsplanungen. Dringend sollte durch 
rechtsverbindliche Planung jetzt die Grundlage geschaffen werden für die 
schrittweise Vervollständigung das Grünen Bandes von den ausgestalteten 
qualitätvollen Parkanlagen am Planetarium, Ernst-Thälmann-Park und 
Anton-Saefkow-Park her für den Prenzlauer Berg und im Inneren Parkring 
für Berlin.

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