Hausgemachte Verdrängung – Mieterhöhungen im Sozialen Wohnungsbau kommunaler Wohnungsbaugesellschaft!

13. Februar 2017 Pressemitteilung

Pressemitteilung der DEGEWO Mieter (rund um den Mariannenplatz) und der Mietergemeinschaft Kotti & Co

Hausgemachte Verdrängung!

Jetzt auch Mieterhöhungen im Sozialen Wohnungsbau bei einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft!

Presse-Einladung zur Protestaktion der DEGEWO Mieter

14. Februar um 09:30 Uhr

Ort: Mariannenplatz / Mariannenstr. (am Feuerwehrdenkmal)

Die neuen DEGEWO Mieterhöhungen zeigen: Michael Müller hat als Bausenator die Wohnungskrise verschärft. Die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften schießen mit den Mieterhöhungen nun gegen ihre Mieter*innen und indirekt gegen die neue Baussenatorin Katrin Lompscher, während sie sich zuvor unter Müller mit diesen Mieterhöhungen bzw. Ablösungen zurückgehalten hatten!

Durch die aktuellen Mieterhöhungen der DEGEWO im Sozialen Wohnungsbau werden jetzt aktuell zwei Skandale sichtbar:

  1. Auch die landeseigenen Wohnungsunternehmen lösen sich vorzeitig aus den Bindungen bei Sozialwohnungen. In der Siedlung Mariannenplatz wurde es zwischen 2009 und 2012 gemacht – das heißt sie sind in 2-5 Jahren keine gebundenen Sozialwohnungen mehr.
  2. Außerdem hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 2011 den Eigentümern einen weiteren Anreiz und ein Geschenk zum frühzeitigen Ablösen gegeben: wer sein Darlehen abgelöst hat, darf trotzdem die Miete jährlich um 13 Cent/qm im Jahr erhöhen, einfach so, ohne weitere Kosten zu haben – das nennt man Entschuldungsgewinne.

Darauf hat die DEGEWO großzügig unter der letzten Regierung verzichtet. Dass sie es jetzt unter einer linken Bausenatorin nachholt, mag Zufall sein. Es zeigt jedoch, dass den profitorientierten Landeswohnungsunternehmen genauso wenig zu trauen ist, wie der Berliner Verwaltung für Stadtentwicklung. Beide müssen viel stärker kontrolliert werden!

Zum Hintergrund:

Ab März sollen DEGEWO Mieter*innen ca. 50 Cent/qm mehr Miete zahlen. In Kreuzberg in der Siedlung rund um den Mariannenplatz regt sich dagegen Protest. Auf der ersten Mieterversammlung am Sonntag Abend haben ca. 120 Mieter beschlossen, am Dienstag eine Protestkundgebung am Mariannenplatz zu machen. Ganze Straßenzüge gehören dort der DEGEWO und damit dem Land Berlin. Es sind Sozialwohnungen, also mit Fördermitteln in den 1970er und 1980er Jahren gebaut worden.

Damit müsste ihre Miete eigentlich doppelt abgesichert sein –durch den sozialen Wohnungsbau sind nur begrenzte Mietsteigerungen möglich und mit den landeseigenen Wohnungen hat Michael Müller (SPD) als Bausenator ein sog. „Mietenbündnis“ abgeschlossen, mit dem Ziel, dass Mieten „bezahlbar“ bleiben.

Die Sozialwohnungen in Berlin haben nach wie vor 2 Probleme: sie sind zu teuer und es werden immer weniger. Deswegen hat der letzte Senat als Reaktion auf den Mietenvolksentscheid (MVE) und den Protest von Kotti & Co ein Expertengremium eingesetzt, das Vorschläge erarbeiten soll, wie beides verhindert werden kann.

Wie kommt es, dass Sozialwohnungen immer teurer werden? Das Land Berlin hat den Eigentümern Darlehen gegeben um die Häuser zu bauen. Aus den Mieten dürfen die Eigentümer sich Rendite nehmen (bis zu 6%) und müssen die Darlehen zurück zahlen. Jedes Jahr zum 1. April verlangt das Land eine schnellere Rückzahlung und dafür eine Mietsteigerung um 13 Cent/qm. Das Land ist also Mietpreistreiber. Dagegen haben wir als Kotti & Co erfolgreich protestiert und 2012 erreicht, dass diese Mieterhöhungen gestoppt werden – zumindest bis 2017 („Mietenkonzept“).

Wie kommt es, dass Sozialwohnungen immer weniger werden? Die Eigentümer können ihre Darlehen, statt in Raten auch auf einmal vorzeitig zurück zahlen. Dann gelten die Wohnungen noch 10 Jahre (nach MVE 12 Jahre) als gebunden, aber danach sind sie keine Sozialwohnungen mehr und ihre Mieten können nicht mehr staatlich reguliert werden, sondern sind dem freien Markt unterworfen. In den 10 Jahren besteht jedoch auch kein Anlass zur Mieterhöhung, denn die Darlehen sind ja schon abgezahlt.

Jährlich gehen dadurch aber mehr Sozialwohnungen verloren, als neue nachgebaut werden. Der Senat überlegt daher, wie er den Eigentümern neue Geschenke in Form einer Umschuldung/Zinssenkung machen kann, damit sie bloß nicht vorzeitig ablösen.

Die Mieter*innen der DEGEWO Waldemarstrasse, Naunynstrasse, Manteuffelstrasse, Mariannenplatz fordern gemeinsam mit Kotti & Co eine sofortige Rücknahme der Mieterhöhungen. Sie haben keine reale Grundlage mehr. 

Einladung zur Protestaktion der DEGEWO Mieter

  1. Februar um 09:30 Uhr

Ort: Mariannenplatz/Mariannenstrasse (am Feuerwehrdenkmal)

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