ACHTUNGS- Brief and das Bezirksamt Pankow

wegen versäumter, jetzt notwendiger und zukünftiger Investitionen im Ernst – Thälmann – Park   Berlin Pankow/Prenzlauer Berg

Berlin, 20.02.2019

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Sehr geehrte Damen und Herren des Umweltamtes,

Sehr verehrte Damen und Herren des Ausschusses f. Stadtentwicklung u. Grünanlagen der BVV Pankow,

Sehr geehrte Denkmalschutzbehörde,

Sehr geehrte Planer-Gemeinschaft

 

 

Wir, die Mitstreiter*innen der AG Grün & Teich im Ernst – Thälmann – Park, sowie viele Anwohner machen sich erhebliche und berechtigte Sorgen ob der derzeitigen Situation und der geplanten Investitionen der „Parkqualifizierung“, hier im Park.

Wir halten eine Nachbesserung und zum Teil eine Neuentwicklung der Entwicklungsergebnisse der Workshops, den Park betreffend, für dringend geboten.

Es ist zum Beispiel schon jetzt, durch den trockenen Sommer, ein Baum und Koniferen- Sterben in Gang gesetzt worden. Allein im Gebiet der „Passage“ sind fast alle großen Eiben, Lebensbäume und Wacholder betroffen. Dasselbe Bild zeigt sich im und um das Wäldchen hinter dem Denkmal.

Die Rhododendron- und Lorbeer- Buschbestände um den Teich, sind ebenfalls überaus betroffen und werden langsam „eingehen“. Vom Kiezteich-Amphibienschutzgebiet mal ganz zu schweigen.

Wir haben mehrfach darum gebeten, uns in Entwicklungsideen und Pläne einzubeziehen oder wenigstens, auf gestellte Fragen Antworten zu bekommen. Aber diese Fragen wurden, nicht einmal im Post-Eingang bestätigt oder wie in der Bau- Ausschusssitzung zu diesem Thema, einfach abgewürgt. Damit möchten und werden wir uns aber nicht zufrieden geben.

Es stehen einfach noch zu viele gravierende Fragen im Raum bzw. im Park.

Die da wären:

-Warum ist es, auf der einen Seite möglich, in einem zu renovierenden Denkmalschutzgebiet, Sport und Liegegeräte zu schaffen, es aber auf der anderen Seite nicht möglich, in eine Sicherheit einflößende Lichtanlage des Parks zu investieren. Ich hatte bereits einmal zu einem Nachtspazier-gang eingeladen. (keine Antwort) Bisher, Gott sei Dank, ist noch nichts passiert. Außer, dass wir in den letzten Jahren sechs Tresore aus dem Teich gezogen haben. Aber Überfällen, denen gehen wir hier im Dunkeln, stolpernd aus dem Weg.

-Warum ist es nicht möglich, bei einem solchen Investitionsvolumen ein neues und erweitertes Papierkorb und Müll- Konzept zu entwickeln. Das wäre viel wichtiger als Liegemöglichkeiten, bei denen dann aller Müll liegenbleibt. Neben den Intervallen des Grünflächen Amtes sind wir Bewohner jetzt schon ständig am Müllaufsammeln.

-Warum ist es möglich und nötig, in einem zu renovierenden Denkmalschutzgebiet, ein Wasserbecken auszuheben, es ausgerechnet mit Schilf zu bepflanzen, um damit dann, ein immer noch kontaminiertes Grundwasser zu reinigen.

Wir hatten im Zuge der Work-Shops auch Vorschläge zu einer neuen Wasserversorgung der Teichanlage entwickelt. Leider wurden diese weder diskutiert noch beantwortet und scheinbar nicht beachtet.

In der Sitzung des Bauausschusses zur Vorstellung der Parkinvestitionen und des Teiches, wurde auf ein funktionierendes Modell in Hamburg hingewiesen. Wir haben uns über das Hamburger Modell in Eppendorf informiert und halten es für ungeeignet für unseren Standort.

Warum:

Dieses auszuhebende Reinigungsbecken müsste, da relativ wenig Platz zur Verfügung steht, ziemlich tief sein, um die benötigte Kapazität zu haben. Das bedeutet, dass die Bodenarbeiten durch die Ton und Lehmschutzschichten im Boden gehen werden. Weit in das kontaminierte ehemalige „Gaswerk Gelände“ hinein. Das zieht nach sich, dass alle Arbeiten in Schutzausrüstungen geleistet werden müssen, das Erdreich speziell entsorgt und auch neue Schutzschichten eingearbeitet werden müssen. In der Zeichnung waren dafür Folien vorgesehen. Die biologische Reinigung solle über eine eingesetzte Schilf-Bepflanzung erfolgen. Das bedeutet aber, dass auf den Folienbesatz im Grund, eine Bodeneinlage aus Erd- und Kiesmaterial angelegt werden muss.

Die Probleme, die durch dieses Konzept entstehen, sind folgende:

-Auch eine Schilfbepflanzung benötigt in einem angelegten Areal, erhebliche Pflege. Es bildet Rhizome, die sich sehr aggressiv ausbreiten und nur mit großem manuellem oder technischem Aufwand zu beherrschen sind. Ich habe sehr oft in den „Peitzer“ Karpfenteichen zur Schilfbekämpfung sowie beim Fischen gearbeitet und weiß, wovon ich dabei spreche. Es wird dabei per Hand senkrecht in den Grund gesägt und diese Matten dann ausgehoben. Ich denke auch, dass sich diese Wurzeln, bei der kleinsten sich bietenden Angriffsfläche durch eine Folie arbeiten werden. Gerade dann, wenn sich durch maschinelle Pflege und regelmäßige Wurzelbekämpfung Beschädigungen der Folien einstellen. Das wird nicht ausbleiben! Durch nichtentdeckte Beschädigungen wäre dann auch das Wasser im Becken kontaminiert, ohne dass man es sofort bemerkt.

– Ein, nach meiner Meinung sehr großer Nachteil liegt, neben den oben genannten Problemen, auch in der Wirtschaftlichkeit dieses Konzeptes. Zum einen, in der sehr hohen Pflegeabhängigkeit dieses Beckens, – wer soll das tun? Das jetzt schon über-überforderte Grünflächen-Amt? Sollte dieses Becken nicht gepflegt werden können, droht zuerst eine Kloake mit Park-Müll und dann eine Verlandung.

– Ein anderer gravierender Nachteil liegt aber, meines und unseres Erachtens, auch in den immensen Kosten dieses Projektes. Denken wir an die Sanierung des Spielplatzes. Dessen Kosten hatten sich, wegen Bodenaushub, der alten und der dann neuen Schutzschichten etc., für diese geringe Quadratmeterzahl, schlicht verzehnfacht. Es wird zum Beispiel, genügend Geld für die gewissenhafte Rodung der vielen Götterbäume benötigt werden.

Für die Summe dieses geplanten Becken-Projektes, sollte sich der Teich, locker zehn bis fünfzehn Jahre, auf herkömmliche Art mit Trinkwasser füllen lassen. Für diese Summe sollte sich die ehemalige Druckerhöhungsanlage (für das ehemalige Sprinklersystem) neben der Schwimmhalle für eine direkte Teichleitung reaktivieren lassen und vor allem die vorhandene Umwälzanlage des Teiches saniert werden können.

Aber es geht ja auch, gerade bei Neuanpflanzungen und Neugestaltungen des Grüns, um ein zu schaffendes Pflegesystem des gesamten Parks. Es sollte, ob und mit der geplanten Förderung, unbedingt ein Pflegesystem geschaffen werden!

Ein System das greift, wenn es gebraucht und notwendig wird, und nicht, wenn gerade mal alle Maschinen ganz oder gerade genügend Mitarbeiter da sind. Dass, zum Beispiel die Wiesen gemäht werden wenn es nötig ist und nicht wenn es gerade mal möglich ist. Ich habe in anderen Parks die Liegegeräte sehr zugewachsen erlebt, weil dort sehr schwer zu mähen ist. Wie wird das geregelt?

Die Sommer und Winter werden sich weiterentwickeln und wenn es so weitergeht wird auch die Stadt ohne Pflege und Grün mehr und mehr verdorren. Es ist ja nichts Neues, aber die Renditen von Grün rechnen sich nicht nach Monatsenden, sondern nach Jahrzehnten.

Wir arbeiten seit über zehn Jahren an, mit und in diesem Teich. Finanzieren den Unterhalt und das Equipment aus Spendenmitteln, machen Führungen, es werden Filme über diese Oase gedreht, wir haben eine Menge Erfahrungen gesammelt, urteilen nicht vom Schreibtisch über dieses Gebiet, sondern sind zu allen vier Jahreszeiten hier vor Ort und blicken von morgens bis abends auf das Gewässer. Wir haben mehrfach um eine Mitarbeit gebeten, die eventuell auch für die Planer und alle anderen interessant gewesen wäre. In diesem Zusammenhang möchten wir darauf hinweisen, dass das Wort – Achtung – zwei Bedeutungen hat. Wir haben nicht mal eine Antwort bekommen. Die Konsequenz haben wir angekündigt.

Wir möchten nicht, dass dieses Beckenprojekt, ebenso wie die unsägliche Brücke, ein neues Thema für den Bundesrechnungshof wird. Das wäre dann eine Menge Geld auf 100m Wegstrecke.

Wir verbleiben mit den besten Grüßen und harren weiter der Dinge.

Die AG Grün & Teich       V. Herold   A. Hornig    H. Fabian

 

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