Stellungnahme und Vorschläge zum Stadtumbaugebiet Prenzlauer Berg – „Ernst-Thälmann-Park“

Berlin den 12.05.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

lassen Sie mich, nach Kiezspaziergang und Workshop in der Wabe, zum Maßnahmensteckbrief zur Verbesserung der Parksituation Stellung nehmen.

Zu Bepflanzungen im „Rosengarten“:                                                                                                    Da die Bepflanzung mit Rosenstöcken eine der größten Herausforderungen gärtnerischer Arbeit darstellt, zeigt sich dieses auch in der zunehmenden und schnellen Verwahrlosung der bisher angelegten Gewächse. Da das Straßen u. Grünflächen Amt, auch in Zukunft, nur über sehr begrenzte Zeit, Mittel und Wasser verfügt, vom Personal mal ganz zu schweigen, möchte ich Folgendes vorschlagen.

Der gesamte Rosengarten könnte mit allen möglichen Gewächsen der – Familie der Rosengewächse- ausgestattet werden. Dazu gehören neben niedrigen bis halbhohen Stauden und Solitären, die Alpenrosen, Rosenpelargonien, Pfingstrosen, Rosengras, Stock o. Bauernrosen etc. aber eben auch die sibirische Fiederspiere, der Gamander Spierstrauch (Geißbart) aber auch alle Gattungen der Prunus- Familie gehören zu den Rosengewächsen. Zum Beispiel Kirschlorbeer, Mandel, Pfirsich, Aprikose, Kirsche, Pflaume etc. Um diese Pflege zu erleichtern und weil es hier nicht um Erträge geht, könnten davon Wildarten gewählt werden die eine schöne Blüte und Blattfärbung bieten. Sie wären auf jeden Fall leichter zu pflegen und könnten noch mit Gräsern eigebettet werden. Der Begriff ROSENGARTEN bliebe erhalten und könnte auch aus historischer Sicht so begründet werden.

  • Ich möchte vor einer zu großen Abholzung im Promenadenbereich warnen, da die Sonneneinstrahlung sonst ab Mittag auf Lokal, Kindergarten und die Büros „trommelt“. Bewohner der Ella Kay Straße, in den Wohnungen über der Promenade, bestätigen diese enorme Wärmeeinstrahlung an Sonnentagen.
  • Die Lösungsvariante der Kleinkinder-Spielwiese mit Monolithen und auch anderen Steinen, wie Quadern etc., sowie das Rabattengitter an dieser Stelle, finde ich sehr gut. Diese Gitter könnten mehrfach im Park eingesetzt werden. Z. Bsp. Auch hinter dem Denkmal in Richtung Rondell auf der linken Seite des Weges. Man findet diese Gitter überall in Berlin. Sie haben etwas mit der Stadt zu tun.

Bestehende und geplante Wege (leider ist die Legende zur Karte nicht zu entziffern)

  • Der, zum festen Anlegen geplante Trampelpfad vom Mittelweg zur Promenadentreppe, entstand durch die Festanstellung einer Bewohnerin der Nr. 17 beim Bäcker. Er wir hier auch der: „Wir sind jetzt Bäcker-Weg“ genannt. Er wir viel benutzt, sollte befestigt aber an der Treppe mit einer Rampe versehen werden, da bereits ein Rollator auf dem Weg zum Bäcker dort abstürzte.
  • Ich denke, der Trampelpfad süd/östl. des Brunnens in Richtung Rondell sollte nicht befestigt und der Rasen wieder hergestellt werden. Man könnte den Rand des Weges bepflanzen oder auch mit einem Rabattengitter versehen. Dieser Weg entstand erst durch die totale, fast zwei – jährige Weg- Absperrung bei der Spielplatzrekonstruktion. Er wurde nach Sperrungsbeginn von Radfahrern eingefahren.
  • Der geplante Weg über die kleinere Wiese von Haus Nr.17 hinunter zum Teich ist meines Erachtens nach unnütz. Niemand kann erklären wozu er dienen soll, weil es 10 Meter weiter bereits einen Weg in die gleiche Richtung gibt. Es hat sich dort noch nicht einmal ein Trampelpfad gebildet.                                                                                                                         Das  Geld für diesen Weg, sollte meines Erachtens, eher in die Sanierung der Stufenterrasse am Teich fließen. Diese Stufen bilden ein sehr, sehr großes Unfallrisiko. Es halten sich dort viele Kinder und Eltern auf und es ist ein Wunder, dass dort bisher noch niemand verletzt wurde. Es gibt nicht mal ein Hinweisschild auf die Schäden und es könnte, mit Verlaub, bei einem Schaden ziemlich teuer für’s  Amt werden. Leider findet sich in der gesamten Planung kein Hinweis zur Sanierung dieses Übels.
  • Ich bin der festen Überzeugung, dass es keiner Radschnellwege über die Grünflächen bedarf! Diese Flächen und Parkanlagen sollten der Entschleunigung statt der Beschleunigung dienen. Schon die Wege durch den Park sind nicht als Radwege ausgewiesen, werden aber, in gegenseitigem Einvernehmen, von allen gut genutzt. Das sollte, als Kompromiss, genügen.

Der Fitness Platz

Die gefundene Lösung finde ich sehr gut, denn die Leute befinden sich nicht auf dem Präsentierteller und können auch in aller Ruhe und etwas geschützt Übungen ausprobieren. Das werden auch ältere Menschen annehmen. Eine dritte Tischtennis-Platte ist super.

Die Lage auf den Liegewiesen oder liegen und liegenlassen

Ich habe es schon öfter getan und tue es nun wieder. Ich lade alle Planer/Innen herzlich dazu ein, mal bei Sonnenwetter, auf unseren Wiesen zu sein. Die gesamte Präsentation wurde bisher und immer noch mit Bildmaterial schön grau in grau unterlegt. Es beschleicht den Betrachter das Grauen. Zumindest ging es mir so.

DEM IST HIER ABER NICHT SO.

Gerade in diesen Corona Zeiten waren und sind die Wiesen sehr gut frequentiert und wunderbar durchmischt belegt.

  • Sie werden von Allen gleichzeitig genutzt und benutzt. Von Eltern mit Kindern, Jugendlichen in Bikini und Badehose, Sport treibenden Seiltänzern, Jongleuren, Frisby- und Fußball Spielern, Blumen pflückenden oder Tiere beobachtenden Kindern und Menschen mit Hunden.
  • Alles gleichzeitig und es funktioniert. Nix mit Lärm und Aggression, nix mit anderen Belästigungen und nix mit Hundekacke. Nicht ein Ton von –Hundewiese-. So gut wie alle verlassen die Wiesen mit allem was sie auch mitbrachten oder entsorgten es in den Behältern.

Zumindest versuchten sie es, aber es sind zu wenige Behälter da. Noch dazu, wo jetzt noch eine Eisbar begann, in Pappe und Plastik zu verkaufen.

Ich habe eine Meinungsverschiedenheit erlebt, als sich eine Mutter weigerte die Babywurst aus der Windel von der Wiese zu entfernen, mit der Begründung, es sei ja keine Hundekacke. Aber da waren sich alle drum herum beim Lachen einig. Hundige und Unhundige.

Aber zurück zum Thema. Alle hielten sich dort auf. Auf Decken, Matratzen, Hängematten oder „Luftrouladen“. Vor allem, Alle auf dem Boden, auf dem Gras der Wiesen. Ältere Herrschaften natürlich auf den, leider wenigen, Bänken. Also, mehr Bänke wären gut! Genau diese Bänke mit Holzbelegung. Und dann pro Bank bitte, bitte, einen Abfallbehälter. Auch könnten noch Fahrradbügel in der Nähe der Bänke sein.

Was ich damit sagen will: Das Sonnenliegenmodell SUNNY finde ich überflüssig. Diese Liegen werden besprüht, zerstört und stehen dann kaputt und als Unfallquelle herum. Sie werden zuwachsen, weil sie vom SGA schwer zu ummähen sind. Zum Anderen frag ich mich, warum in diesen Park auffällige, grell-farbige Plastik implantiert werden muss? Sie sind auch unhygienisch und nur mit Laken oder Handtuch benutzbar, das aber auf glattem Plastik immer verrutschen wird.  Es wird einfach nerven sich darauf aufzuhalten.

Der Holzpreis ist am Boden. Alle Mauern in Sitzhöhe könnten doch, wie am Rondell mit Holz- Lattensegmenten belegt werden. Auch das Rondell vor der Schwimmhalle, unabhängig davon, ob es da schon mal welche gab oder nicht. Das würde die Promenaden-Mauern oder auch die Mauer hinter Haus Nr 17 betreffen.

Das hätte, nach meiner Auffassung, immer noch mehr mit Denkmalschutz zu tun, als grelle Plastik- Ungetüme einzusetzen. Gerade jetzt, wo es doch um Nachhaltigkeit gehen sollte

und gerade jetzt, wo es in Zukunft, gerade in den Städten mehr um Schatten- als um Sonnenplätze gehen wird.

Mit besten Grüßen      Volker Herold      AG NATUR GRÜN TEICH

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