Archiv der Kategorie: Stellungnahmen unserer Anwohner*innen

Stefan Strauss von der Berliner Zeitung liegt völlig daneben

Ich dokumentiere hiermit einen Leserbrief eines Anwohners, der sich insbesondere auf einen Beitrag von Stefan Strauss von der Berliner Zeitung bezieht, wo es u.a. um Bürgerinitiativen geht:

Beilage Pankow zur Nr. 219 vom 19.09.2014
Das Vorhaben von Bezirksbeilagen ist sehr zu begrüßen.
Völlig unverständlich und abzulehnen sind jedoch solche Artikel wie der auf Seite 6 von Stefan Strauss.
Dass Herr Strauss Bürgerinitiativen als „Querulanten“ ansieht, weiss ich seit seinem Artikel im Herbst 2013 über die Veranstaltung  der stattbau GmbH und des Bezirksamtes Pankow in der Wabe am 16.10.2013. Dennoch gehört zu gutem Journalismus, dass umfassend recherchiert und den unterschiedlichen Meinungen auch gleicher Raum eingeräumt wird. Dann hätte Herr Strauss auch auf Folgendes verweisen müssen:
   – Der Bezirk Pankow und besonders der Ortsteil Prenzlauer Berg ist mit Grünflächen unterversorgt. Der vom Senat vorgegebene Wert von 6 bis 7 qm pro Einwohner ist mit knapp 3 qm für Pankow und mit nicht einmal 2 qm für Prenzlauer Berg weit unterschritten.
  –  Der Neubau von Wohnhochhäusern auf dem ehemaligen Bahngelände Güterbahnhof Greifswalder Straße und Parkplätze Lilli-Henoch-Straße beeinflusst die Frischluftschneise äußerst negativ.
    – Der Bezirksstadtrat Kirchner hat von vornherein klar zu erkennen gegeben, dass Wohnungsneubau die einzige zu realisierende Alternative ist und hat nach meinen Kennntnissen so auch die Zielstellung des Voruntersuchungsberichtes beeinflusst.
Also kann von einer uinabhängigern und ergebnisoffenen Voruntersuchung nicht die Rede sein.
  –  Dieser Bezirksstadtrat will sich nach dem Gesetz an die Bürgerbeteiligung halten aber sie nach seinem Willen gestalten und organisieren, denn seine Auffassung ist: „das muss nicht Bürgerbeteiligung sondern Konsultation heißen. Diese Leute haben Wissen und eignen sich noch mehr Wissen an und wollen dann mitbestimmen und mitentscheiden. Das geht so nicht.“
Da Herr Strauss ja die Diskussionen und Auseinandersetzungen zumindest zu einem beachtlichen Teil kennt muss mehr über die Vorstellungen und Vorschläge der Bürger ausgesagt werden – auch wenn er diesen nicht zustimmen sollte. So ein kleiner
Absatz am Ende des Artikels ist doch auch nur die Bemäntelung ein bisschen die Anwohnerseite „zu Wort kommen zu lassen“

Name des Autors liegt der Redaktion vor.

Noch ne Stellungnahme zum Wohnungsbauprogramm des Bezirksamtes Pankow

Anläßlich des Ergebnisses der Städtebaulichen Voruntersuchung für das 
Gebiet südlich entlang der Ringbahn zwischen Prenzlauer Allee und 
Kniprodestraße, die ein Wohnungsneubaupotential in einer Größenordnung 
darstellt, wie es für das Tempelhofer Feld vorgesehen war und das die 
Zahl der Einwohner/innen der Fläche verdoppeln würde, möchte die AI zum 
2.7.14 einen Bürgerantrag in die BVV einbringen für ein Grünes Band 
entlang der S-Bahn in der Breite des Anton-Saefkow-Parks an der 
Kniprodestraße, das von Wohnbebauung freigehalten wird, um dort Defizite 
bei der sozialen Infrastruktur, insbesondere Freiflächenversorgung, im 
Prenzlauer Berg perspektivisch zu mildern.

Aus Sicht der AI ist es unverständlich, wie die Voruntersuchung anhand 
ihrer (ergänzungsfähigen) Bestandsaufnahme zu dem variantenlosen 
Ergebnis kommt, an dieser Stelle fehle gerade Wohnungsbau im großen 
Maßstab.

Im Juli bis spätestens September d.J. soll laut Ankündigung des 
Stadtrates für Stadtentwicklung J.-H. Kirchner, werde die BVV diesem 
Untersuchungsergebnis etnsprechende Maßnahmen beschließen.

Die umliegenden Quartiere sind mit wohnungsnahen Grünflächen schlecht 
oder überhaupt nicht versorgt (Umweltatlas), das Gelände ist aus 
stadtklimatischer Sicht hinsichtlich Nutzungsintensivierung ausnahmslos 
hoch, sehr hoch oder höchst empfindlich; das Landschaftsprogramm sieht 
eine Verbesserung des Freizeit- und Erholungsangebotes des gesamten 
Geländes vor, das eine Lücke im Inneren Parkring (SenStadtUm) schließen.

Es besteht kein Zweifel daran, daß eine bessere Bewirtschaftung des Wohnungsbestandes in der Mieterstadt Berlin nötig ist. Eine öffentliche / nichtkommerzielle Klärung der Bestands- und Bedarfs-Situation einschließlich zeitnaher, realistischer Bevölkerungszahl; Bewirtschaftung der Wohnungsbestände durch gemeinnützige Träger; Mietobergrenzen, Erleichterung von bedarfsgerechten Umzügen durch Deckelung der Mieterhöhung bei Neuvermietung; ggfs. low-standard-Ertüchtigung des vorhandenen Wohnungsbestandes; Beenden von Zweckentfremdung; Umnutzung von Gebäuden u.a. sind Instrumente, die angewendet werden können, bevor ggfs. eine behutsame Ergänzung durch Neubau durch nicht profitorientierte Träger auf Flächen und in Gebieten erfolgen kann, die infrastrukturell erschlossen sind – sozial, ökologisch und ökonomisch schonende Perspektiven.

Eine zusätzliche Verdichtung im Ernst-Thälmann- und Anton-Saefkow-Park 
durch Wohnungsbau im sog. gehobenen Segment verschärft die Engpässe in 
der sozialen Infrastruktur zusätzlich, treibt über den Mietspiegel die 
Mieten in der Umgebung in die Höhe und verschlechtert die Situation der 
Stadt im Klimawandel.

Weder verbessert sie die Wohnungssituation für die Mehrzahl, die keine 
hohen Einkommen hat, noch kann sie über „Abschöpfungen“ in 
Städtebaulichen Verträgen mehr Probleme lösen als sie schafft. Auch ist 
das Verbauen bisheriger Bahnflächen in einer Verkehrspolitik im 
Klimawandel fragwürdig.

Berlin verdankt die positiven Wirkungen wichtiger Freiflächen heute der 
Voraussicht früherer Stadtentwicklungsplanungen. Dringend sollte durch 
rechtsverbindliche Planung jetzt die Grundlage geschaffen werden für die 
schrittweise Vervollständigung das Grünen Bandes von den ausgestalteten 
qualitätvollen Parkanlagen am Planetarium, Ernst-Thälmann-Park und 
Anton-Saefkow-Park her für den Prenzlauer Berg und im Inneren Parkring 
für Berlin.

Stellungnahme (6)

Zum Bericht der Voruntersuchung

Einleitend möchten wir den Grundsatz begrüßen, dass im Untersuchungsgebiet die bestehenden Grünflächen auch künftig grün bleiben werden. Es ist auch zu wünschen, dass eine architektonisch so schlechte Bebauungs-Option wie mit dem völlig atypischen Gebäude im Ferienhaus- oder Sanatoriumsstil, dem Prenzlauer Bogen auf dem ehemaligen Grundstück der Stadtwirtschaft, nicht noch einmal möglich werden kann.

Zu der in der SWOT-Analyse angesprochenen „Desintegration der Neubauten in den Bestand“ ist die Frage verbunden, wo die Verantwortlichkeit für dieses Versagen liegt. Dieses Thema ist wichtig, denn begangene Fehler dürfen sich bei weiteren Neubebauungen nicht wiederholen.

Berlin zeichnet sich aus und wird geschätzt, weil es von Hochhäusern verschont ist. Das sollte auch ein Leitgedanke für künftige Entwicklungen sein. Es braucht keine Hochhäuser im Bereich des Güterbahnhofes an der Greifswalder Str. Das Untersuchungsgebiet gibt viel Raum, um vernünftige Lösungen für Wohnen, Erholung im grünen Park, Bildung/Schule, Spielen, Kultur, Sport, Verkehr und Parkplatzflächen zu entwickeln. Es liegt an den Entwicklern und Entscheidern dementsprechend zu handeln. Es sollte auch ein Leitgedanke sein, soviel wie möglich Verkehr zu vermeiden, aber so viel wie für die Anwohner erforderlich ist, PKW-Parkplätze zu erhalten und auch neu zu schaffen.

Die Voruntersuchung vermittelt den Eindruck, dass Parkplatzflächen verringert werden sollen. Das wäre kontraproduktiv, denn der Bedarf an PKW-Stellplätzen wird sich durch eine zunehmende Anwohnerzahl objektiv erhöhen.

Schulcampus

Die Entwicklung des Schulcampus und die Erhöhung des Sicherheitsstandards für die Schüler im Bereich Schule und Sport ist ein wichtiges Anliegen. Wenn für den Schulcampus und einen möglichen Erweiterungsbau die Fläche des jetzigen Schul- und Hortgebäudes sowie des Bereiches der Sportanlagen und des Schulgartens (im Planteil Karte auf S. 12) potenziell in Betracht gezogen werden soll, entsteht die Frage, ob durch dieses „geschlossene“ Areal nicht eine Unterbrechung und Abtrennung des Parkbandes von der Prenzlauer Str. in Richtung Greifswalder Str. erzeugt wird, unabhängig von den geplanten Wegen südlich und nördlich um dieses Terrain herum.

Im Bericht der Voruntersuchung wird von einer Ost-West-Grünverbindung gesprochen, diese Verbindung sollte auch nicht durch ein „geschlossenes Gelände“ unterbrochen werden Das Konzept der Anwohner-Initiative Thälmannpark „teddy zwei null“, welches das Vivantes- Grundstück als Bildungsstandort vorsieht, erscheint besser und schlüssiger. Das Areal grenzt direkt an das jetzige Schulgrundstück. Das im Bericht der Voruntersuchung konzipierte „Betreute Wohnen“ auf dem Vivantes-Grundstück dürfte dem nicht im Wege stehen.

Straßen

Die im inneren Bereich des Wohngebietes liegenden Straßen sind Anliegerstraßen, d.h. Stichstraßen (Sackgassen). Der Bestand an Straßen ist für den Anliegerverkehr ausreichend. Das soll unbedingt so bleiben, um jede unnötige Zunahme von Verkehr abzuwenden.

Wenn die in der Karte auf S.15 des Planteiles als Neubau konzipierte Erschließungsstraße für das Grundstück des Vivantes-Geländes (in Anbindung an die Straße auf dem Gelände des Bezirksamtes) als Stichstraße vorgesehen ist, ist das möglicherweise erforderlich.

Aber als eine Verbindungsstraße zur Ella-Kay-Str., wie auf S. 103 unter 6.2.4 skizziert, als „kurze Verbindung zur Ella-Kay-Straße“, wäre diese Maßnahme nicht nur abwegig, sondern absolut konträr zu dem Anliegen, zusätzlichen Verkehr zu vermeiden.

Schon allein durch den Neubau Ella-Kay-Str. Nr. 24 kommt es zu einer Verdichtung und damit einhergehend zu einem stärkeren Verkehr. Deshalb dazu der klare Standpunkt: keine Anbindung der vorgesehenen Erschließungsstraße auf dem Vivantes-Gelände an die Ella-Kay-Str.

Abgesehen davon, dass zwischen beiden Ebenen (Ella-Kay-Str./Vivantes-Gelände) ein nicht geringer Höhenunterschied besteht, würde eine solche Straße nur zusätzlichen Verkehr erzeugen, für den es objektiv keine Notwendigkeit gibt, denn der direkte Verkehrs-Anschluss des Vivantes-Geländes liegt in der Diesterwegstr., auch wenn sie als Fahrradstraße und Anwohner-Verkehrsstraße konzipiert werden sollte, bestehen dort die besten Zufahrtsvoraussetzungen, die auch diesem Charakter der Straße dann nicht entgegen stehen.

Ohnehin ist zu bezweifeln, dass es sinnvoll ist, die Diesterwegstr. als Fahrradstraße zu konzipieren. Eine im echten Sinne verkehrsberuhigte Anliegerstraße, die tatsächlich den Abkürzungsverkehr verhindert und sowohl einen sicheren Fahrradverkehr als auch Anliegerverkehr ermöglicht, wäre sinnvoller.

Parkplatzflächen

Die Aussage auf Seite 68/70, dass der „Untersuchungsbereich ausreichend mit Stellplätzen ausgestattet“ ist, ist schon auf den Status quo bezogen nicht mehr zutreffend.

Diese Aussage ist absolut wirklichkeitsfremd.

Die Parkplatzsituation ist real schon heute sehr angespannt. Mit dem Bezug des Gebäudes „Prenzlauer Bogen“ hat sich die Parkplatzsituation sofort verschlechtert, weil offensichtlich nicht alle Bewohner des Gebäudes die Tiefgarage nutzen. Bewohner angrenzender Wohngebiete parken ebenfalls ihre PKW im Untersuchungsgebiet. Es ist abends für den Anwohner kaum noch ein Parkplatz zu finden. Die Folge ist das unnötige Fahren und Suchen nach einem Parkplatz. Mit der Fertigstellung des Gebäudes Ella-Kay- Str. 24 wird sich die Situation noch weiter verschlechtern, weil auch dort damit zu rechnen ist, dass´nicht alle Bewohner die Tiefgarage nutzen werden. Dazu wird es noch zusätzlichen Besucherverkehr geben.

Wenn im Punkt 1.3 Herstellung/Änderung öffentlicher Erschließungsanlagen die „Optimierung Stellplatzanlage vor Ella-Kay-Str. 26-50“ konzipiert wird, muss hier, bedingt durch die Zunahme an Anwohnern durch Neubau, dem Mehrbedarf an Parkplatzstellflächen Rechnung getragen werden.

Es ist deshalb bei den Planungen dringend erforderlich, weitere Parkplätze zu schaffen. Das Potenzial dafür ist ausreichend vorhanden.

Die existierenden Parkplatzflächen im Wohngebiet bieten die Möglichkeit der erforderlichen Erweiterung von Stellplätzen. Auch die Diesterwegstr., ob als Anliegerstraße oder Fahrradstraße, bietet ausreichend Stellplatzflächen-Potenzial für die Anwohner.

A & G

Stellungnahme (5)

Stellungnahme zum Bericht zur Voruntersuchung Thälmannpark im Rahmen der Beteiligung der BürgerInnen und Träger öffentlicher Belange

Sehr geehrter Herr Kirchner, sehr geehrte Damen und Herren

Als freiraumplanerisch-städtebaulich interessierter Bürger und Nutzer des Thälmannparkes gebe ich Ihnen hiermit meine Stellungnahme zum Bericht zur Voruntersuchung Thälmannpark im Rahmen der Beteiligung der BürgerInnen und Träger öffentlicher Belange bekannt.

Ich stimme den meisten im Voruntersuchungsbericht gemachten Analysen und den daraus abgeleiteten Vorschlägen zu, allerdings nicht den baulichen Ergänzungen auf den ehemaligen Güterbahnhofsflächen im Areal Thälmannpark und auf dem Deuna-Areal.

Mir erscheint in der Analyse besonders wichtig:

  • Aufgrund  der äußerst heterogenen Nutzungsstruktur und dem großen Freiflächenanteil      ist das Gebiet Thälmannpark in der dicht bebauten und hauptsächlich zu      Wohnzwecken genutzten Umgebung einzigartig.
  • Der      Anton-Saefkow-Park hat eine wichtige Funktion als wohnungsnahe Grünanlage      und ist Teil der übergeordneten Grünverbindung.

Zusammen mit der Grünverbindung entlang der Nordgrenze des Thälmannpark-Gebietes ist der Anton-Saefkow-Park Teil des „Inneren Parkrings“.

  • Die      westlich und südwestlich umliegenden Planungsräume sind hinsichtlich der      Versorgung mit Spiel- und Freiflächen als schlecht versorgt, im Norden als      nicht versorgt zu bewerten.

Qualitativ besteht in beiden Planungsräumen ein erhebliches Defizit, in den umliegenden Quartieren teilweise erhebliche Defizite in der Spielplatzversorgung.

Bei diesen Defiziten muss die prognostizierte deutliche Zunahme der Bevölkerung für den Gesamtbezirk, und dabei inbes. die wachsende Anziehungskraft auf junge Familien sowie der überdurchschnittlich hohe und weiter wachsende Anteil an Kindern und Jugendlichen im Planungsraum vorausschauend mitbedacht werden. Die Defizite werden sich zwangsläufig vergrößern.

Das Gebiet Thälmannpark erfüllt schon jetzt eine wichtige Entlastungsfunktion für diese Defizite in der Nachbarschaft, die aufgrund der prognostizierten deutlichen Zunahme der Bevölkerung noch zunehmen werden. Hinzu kommen die damit ebenso wichtiger werdenden klimatischen Ausgleichsfunktionen.

  • Die      landschaftlich geprägte Weite des Thälmannparkes besteht trotz der      gegenüber dem Ursprungskonzept vorgenommenen Verdichtung zu DDR-Zeiten.      Der bereits seinerzeit verkleinerte Park ist gartenhistorisch eine      wichtige freiraumpolitische Errungenschaft.
  •   Das Wohngebiet Thälmannpark ist ein herausgehobenes Beispiel des DDR-Städtebaus: Der Denkmalwert besteht v.a. hinsichtlich des integrierten Wohnkomplex-Konzepts mit Bildungs-, Kultur-, Sozialeinrichtungen und der Freiflächenversorgung und -gestaltung.
  • Heute      ist zu beklagen, dass der Zustand der Grün- und Freiflächen im      Untersuchungsgebiet ihren vielfältigen Aufgaben und ihrer Bedeutung nicht      gerecht wird, es bestehen beträchtliche Nutzungs- und Gestaltungsmängel.
  • Das      Landschaftsprogramm Berlin sieht für das Untersuchungsgebiet den Erhalt      und die Qualifizierung der bestehenden Grünflächen vor.
  • Die      Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bekräftigt die Bedeutung      der Freiflächen im Thälmannpark, sie hat erhebliche Bedenken gegen deren      Neubebauung und Nachverdichtung.

Daraus ergibt sich für mich die Notwendigkeit folgender Maßnahmen:

  •   Die „Grüne Insel“ soll weiterhin im Stadtbild erkennbar bleiben. Alle vorhandenen Grünflächen sollen deshalb erhalten bleiben und in ihrer Funktion gestärkt werden. Zusätzlich sind weitere Grünflächen an der Bahnlinie und in Erweiterung des Anton-Saefkow-Parks vorzusehen. Die Fortführung des „Grünbandes“ zum Saefkowpark ist mit Priorität zu verwirklichen.
  • Wichtig      ist der Erhalt, die Qualifizierung und der Ausbau der Freiflächenstruktur      im Quartier, Maßnahmen zur Verbesserung der Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität      sind unter Beachtung der notwendigen Generationengerechtigkeit      vorzunehmen. Der Einschätzung von Brigitte Gehrke, wonach die Kosten für      die Neugestaltung der Spielplätze – unter Berücksichtigung der      Flächengrößen und des Zustands – nicht ausreichend sind, pflichte ich bei.
  • Die      ursprüngliche, aufwändige Gestaltung des Thälmannparkes als einzigartiges      Beispiel der Landschaftsarchitektur der DDR erfordert ein      gartendenkmalpflegerisches Gutachten, das insbes. die Ausstattungselemente      aus der Entstehungszeit (Brunnen, Sitzelemente, Lampen, Plastiken, sowie      auch die Bepfalnzungskonzeption) untersucht und einen angemessenen Umgang      definiert.
  • Auch      der Anton-Saefkow-Park erfordert nicht nur die Fortschreibung eines      Parkpflegewerkes, sondern eine denkmalgerechte Sanierung aufgrund eines      gartendenkmalpflegerisches Gutachtens.
  • Weiterhin      erfordert die lokale Identität die Wiederherstellung und Aufwertung des Schirmkinderplatzes Prenzlauer      Allee Ecke Danziger Straße mit der Bronzeplastik „Kinder unterm      Regenschirm“.
  • Das      Bezirksamts-Gelände sollte weitgehend, auch außerhalb der Dienstzeiten,      für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
  • Für      die Nachnutzung des Vivantes Klinikums sollte die Festlegung einer nicht      abgeschlossenen, zum Wohngebiet geöffneten Nutzungsstruktur erfolgen.
  •   Die Findung einer Ausstellungsmöglichkeit zur Erklärung der Geschichte und der Besonderheiten des Gebietes sollte Ziel von Bezirk und WBG sein.
  • Der vorgeschlagene Punkt 5. Umnutzung der ehemaligen      Güterbahnhofsflächen im Areal Thälmannpark und auf dem Deuna-Areal      („Bauliche Ergänzungen sind auf den ehemaligen oder noch in Nutzung      befindlichen Bahnflächen möglich. Hier werden für die Zukunft Potentiale      im Wohnungsbau vorgesehen.“) wirkt den freiraumplanerischen Zielen
    • Verminderung der bezirklichen       Defizite an Spiel- und Freiflächen
    • Vervollständigung des inneren       Parkrings einschließlich überörtlicher Radwegeverbindung
    • Erhaltung und Verbesserung der       klimatischen Ausgleichsfunktionen
    • sowie Erhaltung des städtebaulichen Charakters des Thälmannpark-Gebietes

diametral entgegen und muss deswegen unter allen Umständen unterbleiben.

  • Insbesondere      die auf dem Deuna-Areal      vorgeschlagene „klare Blockrandstruktur“ stellt angesichts dieser      freiraumplanerischen Ziele überhaupt keine geeignete Bebauungsstruktur      dar. Wenn, dann käme hier nur eine punktuelle Bebauung mit einem hohen      Anteil (halb)öffentlicher Freiflächen in Frage.
  • Das      Areal Thälmannpark ist im nördlichen      Bereich vollständig von jeglicher Bebauung freizuhalten. Stattdessen      sollen die ehemaligen Bahnflächen hier zur Minderung der bestehenden      Defizite freiraumplanerisch qualifiziert werden.

Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe in Erwartung Ihrer Auswertung mit freundlichen Grüßen,

Axel Zutz

Stellungnahme (3)

Nach Durchsicht der vom Bezirksamt Pankow und der STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH im Internet öffentlich zugänglich gemachten Unterlagen nehme ich wie folgt Stellung:

1.Das Areal (ohne Ergänzungsgebiet östlich der Greifswalder) sollte als Beispiel eines stadtplanerisch beispielhaften und komplex angelegten Musterstadtteils nach den politischen Vorgaben und materiellen Realisierungsmöglichkeiten der DDR-Architektur unter Schutz gestellt werden noch bevor weitere einschneidende Baumaßnamen den architektonischen Gesamteindruck verändern. Es ist ein einzigartiges Beispiel für Berlin wie auch überregional und den bereits denkmalgeschützten Komplexen in unmittelbarer Nachbarschaft durchaus gleichrangig schützenswert. Das vorgelegte Material trägt in seiner Grundaussage mit einigen Einschränkungen (siehe Pkt. 2) diesem Anliegen Rechnung. Die Entscheidung über die Unterschutzstellung sollte vor Bestätigung der Entwicklungskonzeption grundsätzlich fallen bzw. administrativ verbindlich auf den Weg gebracht werden.

2.Wir plädieren für einen durchgängigen Grünzug von der Prenzlauer Allee bis zur Kniprodestrasse ohne jegliche Wohnbebauung. Im Bericht sind dafür massive Argumente insbesondere aus stadtklimatischer Sicht sehr richtig und mehrfach aufgeführt. Jeder visionäre und  verantwortungsbewusste Stadtplaner sieht, welche geradezu historische Chance sich mit einem solchen kilometerlangen Grünzug von Nordwest nach Südost – also in der bevorzugten Windrichtung – für das Stadtklima eröffnet. Ein bereits vorhandener schmaler grüner Korridor könnte sich bei politischem Willen für Zehntausende Anwohner und für Flora und Fauna noch weiter öffnen und für die nächsten Generationen gesichert werden.Diese Chance darf man mit kurzsichtigen Entscheidungen nicht verbauen – im wahrsten Sinne des Wortes „zubauen“.

Auch der vorgesehene Fuß- und Radweg entlang der Bahntrasse sollte natürlich großzügig im Grünen verlaufen. Eine gute Idee! Der Ausbau und Erhalt örtlicher Biotopverbindungen über die Kleingartenanlagen am Volkspark Prenzlauer Berg, den Volkspark selbst und in Fortsetzung inklusive des Jüdischen Friedhofs Weißensee kann unserer bereits viel zu sehr verdichteten Stadt nur gut tun. Verwertungsinteressen müssen aus Verantwortung für heutige und künftige Generationen klar zurückgestellt werden.

3.Zu den ausgewiesenen Wohnungsbaupotenzialen: Lärm, Staub und Luftbelastungen müssen im vitalen Interesse der Wohnbevölkerung von Wohnstandorten natürlich ferngehalten werden. In politischen Sonntagsreden ist das völlig unstrittig! Niemand, der bei Verstand ist, würde sein Haus an eine Bahntrasse bauen. Aber hier soll genau das mehreren tausend potenziellen künftigen Mietern zugemutet werden! Prämisse muss doch sein, für alle Mitbürger – auch die mit schmalem Geldbeutel – ein echtes Wohlfühlklima zu schaffen, die Menschen heimisch zu machen! Natürlich kann man wohl vor allem junge Leute zeitweilig in Wohnquartiere locken, die wegen der vorhandenen Belastungen keinesfalls als optimal zu bezeichnen sind. Keiner der heutigen Entscheidungsträger würde sich selbst langfristig mit seiner Familie an der Bahntrasse ansiedeln. Diese Flächen – insbesondere nördlich der Greifswalder Str. – sind keine Wohnstandorte für die nächsten hundert Jahre. Sie entsprechen nicht den berechtigten Erwartungen heranwachsender  Generationen. Wer gegenteiliges behauptet, hat nicht bis zu Ende gedacht oder ist ausschließlich profitorientiert. Wohnen im Berlin der Zukunft muss andere Umweltstandards als in Gründerzeitquartieren oder in der früheren Inselstadt Berlin-West erfüllen, wo man bekanntermaßen selbst die Stadtautobahn mit Wohnungen überbaut hat. In dieser Zukunftsfrage, die zugleich eine sehr politische ist, darf man nicht vor Verwertungsinteressen oder angestrebten statistischen Erfolgsmeldungen profilierungsorientierter Politiker (2200 WE!) einknicken. Politische Verantwortung im demokratischen Wortsinne wahrzunehmen heißt, diese Vorhaben gerade wegen der eingeschränkten Wohnqualität im Interesse künftiger Mieter abzulehnen.Kennziffern zu Wohnungsbaupotenzialen hin oder her– es geht um nicht weniger als die Zukunft dieser Stadt. Durch Lückenbau und Dachgeschossausbau ist bereits eine grenzwertige Verdichtung erfolgt. Die Zahlen im Bericht belegen das klar. Verantwortungsvolle Wohnungsbaupolitik heißt nicht zuletzt, den Menschen dort Angebote zu machen, wo sie wirkliche Lebensqualität vorfinden. Und das ist jedenfalls nicht als Randbewohner von Bahntrassen! Die Verantwortung der Entscheidungsträger geht doch weit über ihre Amtszeit oder Wahlperiode hinaus. Hier sind echte Visionen  für unsere Stadt und unser aller Zukunft gefordert.

4.Ergänzende Vorschläge:

– Vor dem achtgeschossigen Block parkseitig zwischen den Hochhäusern (Kindergarten, Gaststätte) müssen Poller angebracht oder andere Maßnahmen zur Verhinderung des widerrechtlichen Befahrens des Fuß- und Radweges durch Kraftfahrzeuge ergriffen werden. Wir beobachten immer wieder, dass insbesondere bei Stau auf der Greifswalder stadteinwärts, quer durchs Wohngebiet Schlupflöcher über die Fußwege gesucht werden oder dass nachts Gäste aus der Gaststätte abgeholt werden.

– Der Trampelpfad zwischen Lilli-Henoch-Str. und Rückseite Denkmal sollte legalisiert werden! Er lässt sich nicht verhindern.

– Das Problem eines geregelten und kontrollierbaren Hundeauslaufs kommt in der Vorlage nicht vor. Es muss aus hygienischen und Sicherheitsgründen dauerhaft geregelt und durchgesetzt werden. Die Kindergruppen auf den Wiesenflächen und auch andere Nutzer haben einen berechtigten Anspruch, nicht im flächendeckend vorhandenen Hundekot zu spielen oder zu sonnen. Zugleich gibt es verantwortungsbewussten Anwohnern die Möglichkeit, bei Nichtbeachtung der Regeln freundlich aber bestimmt auf das dafür vorgesehene Areal zu verweisen. Seitens des Ordnungsamtes ist ja bedauerlicherweise keinerlei Einschreiten zu erwarten, obwohl Mitarbeiter mit dem Schriftzug „ORDNUNGSAMT“  im gesamten Gebiet zwar omnipräsent sind, jedoch nicht im Wortsinne für Ordnung im Wohnquartier sorgen, sondern nur zu Autos Kontakt pflegen.

5.Hinweis: Auf S.72 hat sich offensichtlich ein Fehler eingeschlichen. Die Temperaturabweichungen gegenüber Freilandverhältnissen sind mit „9,5°C“ sicher falsch ausgewiesen.

Reinhard Röder

Stellungnahme (2)

In loser Folge werden auf dieser Seite die Stellungnahmen von Anwohner*innen zum Bericht von Stattbau veröffentlicht. Die Genehmigungen der Autoren liegen der Redaktion vor.

Stellungnahme zum Bericht von Stattbau zur Voruntersuchung Thälmannpark

1. Die öffentliche Auslegung des umfangreichen Voruntersuchungsberichtes über einen sehr kurzen Zeitraum in der Vorweihnachtszeit ist höchst befremdend: Öffentlichkeit wird so nicht wirklich hergestellt. Im Gegenteil, der gegenwärtige Stand des gesamten Prozesses lässt viel Raum für Spekulationen, Unterstellungen und Zweifel an einer den aktuellen Herausforderungen gewachsenen und das Allgemeinwohl im Auge behaltenden Stadtentwicklungsplanung. Auch reicht die Einbeziehung allein der Anwohner im Untersuchungsgebiet Thälmann Park wegen zu erwartender Auswirkungen auf benachbarte Wohngebiete nicht aus.

Eingefordert wird hiermit eine breitere Bürgerinformation und Beteiligung am weiteren Planungs- und Entscheidungsprozess! Das bisherige Beteiligungsverfahren ist unzureichend. 

Der Voruntersuchungsbericht äußert sich sehr offen zum Thema Beteiligungsstrukturen – dies ist unbedingt aufzunehmen und auf die Beteiligung der umliegenden Anwohner wie v.a. der Grünen Stadt auszuweiten. Das gilt nicht zuletzt für das Thema Verkehrserschließung, das im Untersuchungsbericht sehr kurz kommt. Die Aussage, dass ein neues Verkehrserschließungssystem anzulegen sei, ist wegen seiner Auswirkungen (z.B. Schleichverkehre, Parkraumsuche in der Umgebung) von hoher Wichtigkeit. Auch hier ist zum gegebenen Zeitpunkt eine geeignete Form von Bürgerbeteiligung vorzusehen.

2. Wohnungsbau ist wichtig, Potenzialflächen für Wohnungsbau sind im Untersuchungsgebiet durchaus vorhanden, aber die Abwägung von Chancen und Risiken der massiven Wohnungsbauplanung greift im Sinne von Augenmaß und Allgemeinwohl viel zu kurz und ist unzureichend. Das erweckt Misstrauen. Mit 7.700 wird der neue Einwohnerzuwachs bestimmt – davon sollen allein 1.500 WE im Untersuchungsgebiet 2 entstehen, das wären mindestens ca. 3.000 neue Einwohner – der Voruntersuchungsbericht zeigt sich hier sehr einseitig gewichtet (Stärken/Chancen), aber es sind vor allem die Risiken und Auswirkungen auf die Umgebung in diesem Zusammenhang, die unbedingt im weiteren Planungsprozess näher darzustellen und abzuwägen sind. Die Entwicklungsziele – u.a. Umnutzung ehemaliger Bahnflächen und Erschließung von mittel- und langfristigen Wohnungsbaupotenzialen – mögen ja grundsätzlich nicht falsch sein. Die im Untersuchungsgebiet (1 und 2) identifizierten Wohnungsbaupotenziale – das ist zweifellos bereits jetzt erkennbar – sind jedoch zu hoch angesetzt (Menge), dazu unverhältnismäßig dimensioniert (Maßstab) und massiv problemgeladen in allen Auswirkungen auf verschiedenste Seiten der Infrastruktur (Verkehr, Soziales, Bildung) im Gesamtgebiet.

3. Der Voruntersuchungsbericht reißt der Sache nach viele Fragen an (s.a. SWOT Analyse), die im weiteren Prozess dringend zu bearbeiten sind, u.a.:

a) Wie hoch soll gebaut werden, um 1.500 WE unterzubringen? Da vorrangig privat gebaut wird und Hochhäuser entstehen werden (so die Vermutung), wird das Ergebnis zwangsläufig hochpreisiger Wohnungsbau sein – ist das richtig?

b) Wie sieht es dann mit Park- und Stellplätzen aus (Verortung, Menge)? Ist an Tiefgaragen gedacht? Wie sind die Ab- und Zufahrten geregelt?

c) Warum wird eine so abwegige Lösung für Stellplätze und Parken auf der anderen Bahnseite vorgeschlagen – wo man doch jetzt schon sehen kann, dass das mangels Flächen nicht funktionieren kann?

d) Reicht die technische Infrastruktur für das zusätzliche Wohnaufkommen in der avisierten Größenordnung überhaupt aus? BVG, S-Bahn-Station, Zufahrtswege etc.?

e) Wie wird die Qualität des Wohngebiets Grüne Stadt geschützt gegen Schleich- und Such- bzw. Parkverkehr? Schließlich entspricht das Untersuchungsgebiet 2 zwar einem Bruchteil der Fläche der Grünen Stadt, wird aber bis zu ca. einem Drittel mehr Bewohner als jetzt haben.

f) Ist die Soziale Infrastruktur dafür ausreichend? Kita, Schule, weitere Versorgungseinrichtungen? Potenzialflächen dafür? Bereitstellung von Investitionsmitteln des Bezirks?

g) Wie wird sich das Mietpreisniveau in den Untersuchungsgebieten verändern? Wird es durch Aufwertung zu schnellerem und größerem Druck auf die bestehenden Wohngebiete kommen? Wie werden Politik und Fachverwaltungen gegensteuern? Ist an einen Städtebaulichen Vertrag gedacht und/oder an die Festlegung eines Sanierungs-/Entwicklungsgebietes?

Alle diese Fragen treffen in entsprechend abgewandelter Form auf das gesamte Untersuchungsgebiet zu, sie sind zum Teil schon mehrfach durch die Anwohnerinitiative Thälmann Park an das Bezirksamt herangetragen worden. Als Bewohner der Grünen Stadt möchten wir uns dem anschließen.

Dr. Christa Juretzka, Ferdinand Reul

Stellungnahme (1)

In loser Folge werden auf dieser Seite die Stellungnahmen von Anwohner*innen zum Bericht von Stattbau veröffentlicht. Die Genehmigungen der Autoren liegen der Redaktion vor.

zum Voruntersuchungsbericht Thälmann-Park

Jetzt haben wir es also fast geschafft. Und wir werden es wohl auch noch ganz schaffen. Dessen bin ich mir sicher!
Nicht zuletzt nach der letzten Umweltklimakonferenz, in der sich, meine eigene Menschheit nun endgültig für blödsinnig erklärt hat. „Wir haben beschlossen, bei der nächsten Konferenz etwas, das für alle verbindlich ist, zu beschließen.“ Eine Veranstaltung, zu der sich, unter höchst möglichem Aufwand an Flugbenzin und Energie, Politiker und -innen, ihr Gefolge samt Lobbyistengeschmatze wahlweise am heißesten oder kältesten Punkt der Welt zu treffen pflegen, um dort zu beschließen lieber noch nichts zu beschließen weil ja noch ein tausendstel Grad an der Prognose fehlten, um etwas beschließen zu können. Danach fliegen sie wieder mit Wachstumsgeschrei und Dollar oder Euro – Noten in den Pupillen, auseinander.
Aber so ist der Mensch wahrscheinlich. Die Kugel muss erst raus aus dem Lauf, der Panzer an Gegenseite verkauft, der Krieg erst geführt werden, um dann miteinander in aller Freundschaft reden zu können. Das Kind muss immer erst mal richtig rein in den Brunnen. Und damit sind wir beim Thema dieses Planungsmodells von der Stattbau GmbH.
Stattbau, mit doppel „tt“, so was klingt immer wie: Aha – etwas Anderes, Neues, Extravagantes, Einzigartiges – nicht? Attribute, nach denen ich aber suchen musste. Sowohl beim Auftreten der Firma, noch in der Ausführung, als auch konzeptionell. Ich such immer noch. Aber beim Suchen las ich mehr zu dem Thema: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
So auch das ganze Gebaren in den Veranstaltungen in der Wabe. Warum steht hier nur ein Entwurf zur Debatte? Jedes Dorf, das sich ein neues Gemeindehaus leisten will, hat mindestens 3 Entwürfe dort zu stehen. Und dann findet ein demokratischer Prozess statt, in dem herausgefunden wird was passt.
In Berlin reicht einer. Ein Vorschlag. Für eine Filetlage mit Blick hinunter in die City. Ein Vorschlag. Als sollte da ein Dönerstand hin und mit einer derartigen Beschleunigung von einem, noch dazu grünen, Stadtentwicklungsbürgermeister Kirchner beschleunigt, als würde ihm sonst die Loft ausgehen. Nein, es ginge ja auch um Sozialwohnungen. Ein Privatinvestor baut dort Sozialwohnungen? Doch nur, wenn man ihn zwingt und dann werden die nach drei bis vier Jahren saniert und luxusverkauft. Es besteht überhaupt kein Grund an dieser Stelle mit solchem Druck über 4000 Menschen anzusiedeln. An einer Stelle Berlins, wo die Jugendeinrichtungen schließen, einfache Spielplätze zu teuer werden, wo die Infrastruktur an Freizeitmöglichkeiten am Boden liegt.
Meines Erachtens wäre ein Schutz des Parks, bis hin zu einem Rückbau des Güterbahnhofs und des Zementmischwerkes überdenkenswert. Dieses ganze (potentielle) Grün ist Berlins Tafelsilber! Davon träumt manch andere Europäische Hauptstadt, die es verschlafen hat sich Oasen zu gönnen auch mitten in der Stadt. Das ist LUXUS! Über diese Stadt mit ihrem Grün und ihrer Luft wurden Schlager gedichtet. Bitten sie jeden Berliner um 1 Euro Pacht für das
Grün seiner Stadt, ich denke, er würde ihn geben, den Euro. Von dem Geld könnte Herr Göpel einen schönen Park bauen, was ungleich schwieriger ist als Blöcke aufzustellen. Lassen sie doch einen Park zurück, Herr Göpel, für die Enkel, statt der 3 Rennwagen. Klingt auch schöner: „Göpel Park“ – besser als Göpel Block.
So wie sich dieses Modell hier darstellt, stellt sich das Baubild an vielen Orten der Stadt dar. Jeder der herkommt kann machen was er will – Hauptsache es kommt wer- scheint das Motto zu sein.
Zur Architektur gehört auch die Freude am historischen Umfeld des Areals, in dem ich mich befinde. Aber so, wie sich zum Beispiel der Alex nach Meinung vieler Berliner entwickelt hat, hat das nix mehr mit Berlin zu tun. „Verhunzt“, wie der Berliner und viele Besucher es ausdrücken.
 Warum liegt der Entwurf der Anwohnerinitiative nicht aus?
 Wieso kann dazu nicht Stellung genommen werden?
 Warum ist dieses Projekt alternativlos?
Wenn es das ist, wäre der Umkehrschluss, dass alle Veranstaltungen zur Bevölkerungssituation, zur Ideenfindung und Wünschen der Anwohner in der Wabe, von vornherein, als reinstes Schmierentheater konzipiert waren. Was ist denn das für ein demokratischer Prozess, Herr Kirchner.
Ja damals, ging das schön so im Osten, da stand der Mensch bei allen Entscheidungen im Mittelpunkt der Gesellschaft – damit ihn jeder in den Arsch treten konnte. Das war ein Ostwitz – kennen sie den noch?
Sehr geehrter Herr Kirchner, wenn Sie Leute so vor den Kopf stoßen, kommt der Kopfstoss zurück. Dessen seien Sie gewiss.
Ich bin langsam der Meinung, dass das einzige Wort, was Politiker verstehen, ohne das ein breites Schwafelbedürfnis ausbricht, ein klares NEIN ist. Einfach NEIN.
Zum Punkt Schule.
Um Unfälle vor der Schule zu verhindern ist es nicht nötig den Schulcampus zu vergrößern und nach Osten auszudehnen um dahinter Fuß und Radweg zu verlegen. Es gibt andere Möglichkeiten um Radfahrer vor der Schule zu bremsen. Wenn der Campus erweitert wird, wäre der Park an dieser Stelle schon mal geteilt. Und wenn er dann schon mal geteilt ist, kann man doch gleich noch ein – zwei Häuschen …… usw. Ich hör es schon.
Ein nächster Punkt sind die beiden Parkplätze südlich der Schwimmhalle in Richtung Greifswalder Straße. Anwohner der Lilli-Henoch-Straße haben keine Möglichkeit vor ihrem Haus zu parken. Sie dürfen dort nur be- und entladen und parken dann auf den beiden Flächen.
Zuzüglich der Schwimmhallen Besucher reichte das Platzangebot bisher geradeso.
Jetzt kommen nicht wenige Anwohner des Danziger Bogens dazu denen die Tiefgarage zu teuer ist. Dasselbe wird mit den Anwohnern der neuen „ELLA“ – Residenz passieren. Es sollen dafür auf der Greifswalder Strasse 50 neue Plätze geschaffen werden. Allein an dieser wirklichkeitsfernen Betrachtung zeigt sich, wie weit hier schon Planung und Wirklichkeit auseinander klaffen. Nach uns die Sintflut und der Rubel rollt. Ich unterstütze und bitte ebenfalls um Unterstützung des Vorschlages der Anwohnerinitiative, der die Erhaltung und den Schutz dieses Parks, sowie der Mieten der Anwohner verlangt. Diese würde bei Bebauung durch die ortsübliche Vergleichsmiete mit anziehen. Darüber sind sich viele nicht im Klaren.
Wenn die Gebirgsgletscher in ca. 30 Jahren abgeschmolzen sind wird gerade Brandenburg langsam zur Savanne werden. Sagen die Prognosen.
Wir nähern uns Zeiten, in denen wir froh sein werden, wenn noch ein Baum steht, wenn wir in der Stadt keine Taschentücher oder Masken tragen müssen. Wenn unsere Kinder in der Stadt noch Tiere sehen und baden können. Der globale Mangel wird uns allen langsam bewusst. Der Mangel an Öl, Energie, Wasser und in vielen Metropolen schon an Luft. Aber wir tun nix, seit Jahrzehnten nix. Aber wissen alles. Ich erwarte ja nicht von unseren universalkompetenten Politikern, dass sie eine Vorstellungsgabe von drei Generationen haben, aber um eine Generation weiter zu denken, nur die eine, das sollte doch möglich sein.
Wir, die Intelligenzbestien dieses Planeten, waren nach milliardenjährigem Saurierleben in der Lage diese blaue Kugel in 300 Jahren fast hinzurichten und machen weiter, einfach weiter.
Jeden Tag werden auch in unserem Auftrag, unserer Lobbys und Betrüger, global, Waldflächen so groß wie Berlin abgeholzt. Täglich sterben zwei Tierarten aus. Und solange das noch so ist, sollten wir hier Aufforsten und nicht Nachverdichten.
Kein New Yorker würde einen Spatenbreit seines Central Parks hergeben. Genau so wenig wie jemand auf die Idee käme im Tiergarten zu bauen. Die alles im Kopfe und weil Sie mir absolut nicht grün sind, Herr Kirchner schreibe ich das.
Wenn Sie uns mit im Boot haben wollen, gut, dann fangen wir aber bitte gemeinsam, ganz, ganz von vorne an.
Volker Herold
AI – Ernst Thälmannpark